PMS/PMDS & ADHS

Ursachen, Symptome & Hilfe

Viele Frauen mit ADHS erleben nicht nur typische Symptome wie innere Unruhe, emotionale Erschöpfung oder Konzentrationsprobleme – sondern auch eine auffällige Verschlechterung ihres Befindens in der zweiten Zyklushälfte (Lutealphase) .PMS (prämenstruelles Syndrom) und PMDS (prämenstruelle dysphorische Störung) treten häufig gemeinsam mit ADHS auf und können das emotionale und körperliche Gleichgewicht massiv beeinträchtigen. Das Zusammenspiel von hormonellen Schwankungen, Dopaminmangel und Reizverarbeitung wird in der medizinischen Praxis bislang oft unterschätzt – obwohl der Leidensdruck für betroffene Frauen enorm ist.

Was genau sind PMS und PMDS?

Das prämenstruelle Syndrom (PMS) beschreibt wiederkehrende körperliche und psychische Beschwerden vor der Periode, darunter:

  • Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Rückzug
  • Brustspannen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen

Die schwerere Form – PMDS – ähnelt einer depressiven Episode:

  • Hoffnungslosigkeit, Wutanfälle, Panikgefühle
  • Massive Beeinträchtigung des Alltags und der Selbstwahrnehmung

Warum PMS/PMDS bei ADHS besonders belastend ist

Viele Patientinnen berichten von:

  • Plötzlicher Reizbarkeit ab dem Eisprung
  • Dem Gefühl, sich „nicht mehr wiederzuerkennen“
  • Konzentrationsproblemen, Rückzug und Konflikten im Umfeld

Diese Beschwerden verstärken sich in der Lutealphase (Zyklus-Tage 15–28), wenn:

Diese Beschwerden verstärken sich in der Lutealphase, circa Zyklustag 15-28, also in etwa zwei Wochen nach dem Eisprung bis zum Beginn der nächsten Menstruation – wenn …

  • Der Östrogenspiegel sinkt – ein Hormon, das Dopamin und Serotonin stabilisiert.
  • Progesteron steigt an und wird anschließend abgebaut – dabei entstehen Zwischenprodukte, die Stimmung und Reizverarbeitung negativ beeinflussen können.

Biochemische Einflüsse auf ADHS-Symptome

Warum Hormone das Nervensystem zusätzlich destabilisieren

  • Östrogen fördert Dopamin und Serotonin – zentral für Konzentration und emotionale Regulation
  • Progesteronabbauprodukte können ängstlich, gereizt oder depressiv machen
  • Bei ADHS ist die Dopaminregulation ohnehin empfindlich – der hormonelle Zyklus wirkt wie ein Verstärker

Die Studienlage zu PMS und PMDS bei ADHS ist bislang lückenhaft. Aus meiner Praxiserfahrung weiß ich jedoch, dass nahezu alle betroffenen Frauen unter teils erheblichen Beeinträchtigungen leiden und allzu oft mit Bemerkungen wie „Da müssen eben alle durch“ allein gelassen werden, statt die gezielte Unterstützung zu erhalten, die sie brauchen.

Typische Symptome in der Lutealphase bei Frauen mit ADHS

Körperlich:

  • Migräne, Kopfschmerzen
  • Brustspannen, Schlafprobleme
  • Erschöpfung, Wassereinlagerungen, Heißhunger

Psychisch:

  • Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit
  • Rückzug, depressive Verstimmung, Angst
  • Gefühl der Überforderung oder des Kontrollverlusts

Biochemische Einflüsse auf ADHS-Symptome

Warum die Beschwerden oft nicht ernst genommen werden

  • PMS wird häufig bagatellisiert – gerade bei leistungsfähigen Frauen „Das hat doch fast jede, da muss man einfach durch, das ist doch nicht so schlimm“
  • ADHS bei Frauen bleibt oft unerkannt oder wird falsch eingeschätzt
  • Die Kombination wird in der medizinischen Versorgung kaum erfasst , obwohl sie gezielt behandelbar ist

Biochemische Einflüsse auf ADHS-Symptome

Was wirklich hilft: Diagnostik & Behandlung

Diagnostik

  • Zyklus- und Symptomtagebuch (mind. zwei bis drei Zyklen dokumentieren)
  • Laborkontrollen des Hormonstatus insbesondere in den Wechseljahren oder bei Verdacht darauf, da PMS/PMDS-Symptome sich in dieser Lebensphase häufig verstärken: Östrogen, Progesteron, FSH, LH
  • Ganzheitliche Analyse von Schlaf, Stress, ADHS-Medikation

Hormonelle Behandlung

  • Zyklusangepasste Gabe von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (Antidepressiva) (z. B. nur in der Lutealphase oder kontinuierlich bei PMDS)
  • Hormonelle Verhütung im Langzyklus (ohne Pause), um hormonelle Schwankungen zu minimieren
  • Naturheilkundliche Unterstützung (z. B. Mönchspfeffer, Safran, Magnesium, B-Vitamine)

Ganzheitliche Begleitung

  • ADHS-spezifisches Einzel- oder Gruppencoaching
  • Achtsamkeit, Bewegung
  • Struktur- und Emotionsregulation im Alltag

ADHS-Medikation anpassen

  • Phasenabhängige Dosierung von Stimulanzien, gezielt in der Lutealphase

Unterstützung bei PMS, PMDS und ADHS in meiner Praxis

Ich begleite Frauen mit PMS, PMDS und ADHS, die sich im Alltag oft überfordert, erschöpft oder missverstanden fühlen. Gerade hormonell sensible Frauen mit ADHS benötigen eine gezielte, verständnisvolle und medizinisch fundierte Begleitung jenseits von Pauschallösungen. Frauen müssen unbedingt in ihrem Leidensdruck ernst genommen werden 

Sie finden bei mir:

  • Fachärztliche Diagnostik und Zyklusanalyse
  • Zyklusangepasste Medikation und Hormonberatung
  • Einzel- und Gruppencoachings zur Alltagsstruktur und Emotionsregulation
  • Psychoedukation und Austausch mit anderen betroffenen Frauen

Hilfe bei PMS, PMDS und ADHS – Ihre nächsten Schritte

Wenn Sie sich in diesem Text wiedererkennen, lade ich Sie herzlich ein. Auf meiner Website finden Sie vertiefende Informationen, praktische Selbsttests und konkrete Angebote, die Sie im Alltag wirklich weiterbringen.

Selbsttests ADHS: Finden Sie erste Hinweise – zu den Selbsttests
Termin vereinbaren: Für eine ärztlich fundierte Einschätzung.

In Kürze entsteht außerdem unsere digitale ADHS-Community für Frauen – ein geschützter Ort für Verbindung, Klarheit und neue Handlungsspielräume.

Was Sie erwartet:

  • Austausch in moderierten Gruppen
  • Selbsthilfe- und Lernkurse rund um ADHS, Hormone & Selbstfürsorge
  • Impulse aus Alltagserfahrung, Fachwissen und ehrlichem Miteinander

Ein Raum ohne Rechtfertigungen. Hier können Sie erzählen, wie es wirklich ist, und sich mit Frauen austauschen, die das Gleiche kennen. Das macht vieles leichter und Sie merken, dass Sie nicht allein sind.

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